Wenn der Topf aber nun ein Loch hat …

… ist dringend Handlungsbedarf! Der Küche im Franziskushaus erging es ganz ähnlich. Zwar hatten die großen Kessel glücklicherweise keine Löcher, benötigten aber dennoch Reparaturen. Nun ja, wer so um die 50 Jahre in Betrieb ist, darf auch mal schwächeln. Ersatzteile waren allerdings immer schwerer zu bekommen. Also wurden alte Kessel und bei dieser Gelegenheit auch gleich Lüftungsanlagen, Elektrokabel, sogar die Decke inklusive Lampen und Wasserleitungen herausgerissen, um zunächst einmal einer Menge Handwerker Platz zu machen.

Einführung in die neue Küchentechnik.

Derweil musste natürlich weitergebrutzelt werden. Schließlich wollten 60 Bewohner, die hier lebenden Ordensschwestern und auch die Kinder aus dem Kindergarten St. Markus in der Nachbarschaft weiterhin gewohnt gut und reichlich beköstigt werden!

Töpfe, Pfannen, Schaumbesen, Schüsseln, Mixer, Bleche, Suppenkellen und die Flotte Lotte machten sich also auf den Weg … wohin eigentlich damit? Platz ist zwar bekanntlich in der kleinsten Hütte und das Franziskushaus ist beileibe nicht klein. Aber es setzte dann doch alle in Erstaunen, was so alles in Küche und Vorrat zum Vorschein kam. Wer schon einmal umgezogen ist, kann ein Lied davon singen. Viel Gerät lagerten die Hauswirtschaftskräfte auf dem breiten Flur im Verwaltungstrakt, selbstverständlich wohlsortiert und immer im Einklang mit Brandschutzauflagen und Fluchtwegsystemen!
Gekocht wurde übergangsweise in Wohnbereichen und im Festsaal des Altenheims, die alle mit Herd und Backofen ausgestattet sind. Schon früh am Morgen rückten die Heinzelmännchen, ach nein, die Küchenkräfte, die sonst im verborgenen Küchentrakt ihren Dienst tun, im Wohnbereich an, wo sie von Pflegekräften und den ersten wachen Bewohnern mit großem Hallo und einem ersten heißen Kaffee willkommen geheißen wurden. Dann ging es los mit Schnittchenschmieren und Puddingkochen.

Frühstücksfernsehen war abgemeldet. Stattdessen war Schaukochen angesagt, neugierige Pottkieker und Leckermäulchen inklusive. Hier ein Probierhäppchen, dort eine fachkundige Debatte unter erfahrenen Hausfrauen! Wo gekocht wird, ist immer etwas los. Traf sich nicht schon früher die Familie am liebsten in der Küche, wo am warmen Herd gewerkelt, am Esstisch ordentlich getratscht wurde und die Kinder ihre Hausaufgaben machten?

Nach nur 4 Wochen waren die neuen Installationen an Ort und Stelle, erste Hersteller führten in die hohe Kunst des Umgangs mit Induktionsherd, Schnellkühler, Schockfroster und Frima-Vario-Cooking-Center ein. Der heißt wirklich so und ist quasi die alleskönnende Eier legende Wollmilchsau-Pfanne!

Pastor Thieme, Hausgeistlicher im Franziskushaus, segnet das neue Inventar.

Dann wurde geweiht! Herr Pastor Thieme, Hausgeistlicher im Franziskushaus, segnete das neue Inventar. Vor allem aber erbat er Hilfe und Schutz für alle, die dort arbeiten. Halten nicht Essen und Trinken Leib und Seele zusammen?

Deshalb brachten die Ordensschwestern neben reichlich Anerkennung für alle Helfer auch ihren Dank mit einer Einladung zum Essen zum Ausdruck. Denn dass der doch recht herausfordernde Notstand so reibungslos geklappt hat, ist schließlich der guten Organisation der Hauswirtschaftsleitung Gabriele Hüttges und der nicht selbstverständlichen Einsatzbereitschaft ihres Teams zu verdanken. Dies fuhr nicht nur zahlreiche Sonderschichten, sondern absolvierte auch viele zusätzliche Kilometer zwischen improvisierten Topfregalen, Vorrat, Kühlräumen und Herd.

Wenn der Topf aber nun ein Loch hat, lieber Heinrich, dann braucht es schon etwas mehr als Stroh!

Text und Fotos: Elisabeth Bömken

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